Büchereiblog

Auffällige Neuerscheinungen beim Literaturcafé

Thomas Raab hat mit "Still - Chronik eines Mörders" einen superspannenden Nichtkrimi geschrieben, wobei man sich beim Lesen mit und vor Karl Heidemann durch die Seiten fürchtet. Mit einem übersensiblen Gehör wird der lang ersehnte Sohn geboren, schon im Mutterleib gemartert vom Lärm des Herzschlags seiner Mutter.  Ausgeliefert dem Tosen der Welt kann dieses Baby nur eines: schreien, schreien, schreien. Die vollkommen erschöpften und verunsicherten Eltern begreifen langsam: Dieses Kind hält unsere Welt nur aus, wenn es sich abschotten kann. Aus Liebe wird der Sohn in den Keller gebracht und möglichst selten von seinen lauten Eltern besucht. Die Ohren mit dicken Wachspropfen versiegelt, wächst Karl Heidemann, der seine Eltern ins Unglück zog und zu hilflosen Außenseitern machte, heran. Und er entdeckt, was ihm gut tut: die Stille. Still sind aber nur die Toten. Karl Heidemann wird zur Heimsuchung für sein Dorf und alle Menschen da draußen...

Eigens für diesen Roman hat Thomas Raab eine eigene Kunstsprache entwickelt, der das ganze Buch als einziges Bedrohungsszenario zusammenhält. Mehr wird nicht verraten, denn jetzt wird nur noch eine furchtlose Person gesucht, die uns dieses Buch beim Literaturcafé vorstellt. Freiwillige einfach melden!

Der Österreicher Thomas Raab ist übrigens bislang als Autor eher gemächlicher Kriminalromane bekannt. Dort löst der behäbige Restaurator Willibald Adrian Metzger die Fälle. Zu finden im Romanbestand unter RAA:

Der Metzger sieht rot 71428754; Der Metzger geht fremd 71043670; Der Metzger kommt ins Paradies 71429571; Den Metzger holt der Teufel 71210524; Der Metzger muss nachsitzen 71110011.

Babett Guthmann  

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