Büchereiblog
Ein Abend mit "La Dolce Vita"
Zusammen mit dem besten Publikum weit und breit haben wir in unserer Bücherei ein Fest für die italienische Kultur und die italienische Lebensart gefeiert! Beim Italienischen Abend drehte sich alles um das Sehsuchtsland Italien - mit Musik von Alessandro Mega, einer Bilderreise durch Italien mit Illide Marioli, mit der Rezitatorin Kristy Husz, mit einem Länderquiz und mit Köstlichkeiten aus der italienischen Küche.
Im Vorfeld hatten wir uns auf die Suche nach Landsleuten und Kulturschaffenden aus Italien gemacht, die sich in der Region niedergelassen haben und wurden in Wolframs-Eschenbach fündig: Seit 26 Jahren lebt Gitarrist und Sänger Alessandro Mega in Deutschland und hat sich bei uns in der Region, nicht zuletzt wegen seines Leonhard-Cohen-Programms, einen Namen gemacht.
Italienische Schlager und Evergreens hatte der Musiker zu uns in die Bücherei mitgebracht und seine Songs hatten Wiedererkennungswert: Es sei, wie in einem Fotoalbum zu blättern, mit jedem Lied sei eine Erinnerung verbunden. Mit dabei hatte er Lieder von Andriano Celentano, Paolo Conte, Gianna Nannini, Eudardo Bennato, Eros Ramazotti und anderen. Nicht fehlen durfte „L’Italiano“ von Toto Cotugno. Hier würden wirklich sämtliche Klischees, die man über Italien hört aufgelistet, sagte Alessandro Mega mit einem Augenzwinkern.
Mit sichtlich viel Spaß begleitete der Profi-Musiker den Abend, hatte mit dem „Volare-Chor“ das komplette Publikum auf seiner Seite und war am Ende mit seinen Zugaben kaum zu bremsen.
Zu einer Bilderreise durch Italien - von Mailand bis Palermo - lud Illide Marioli ein. Sie ist in dem kleinen Ort Esine in der Provinz Brescia aufgewachsen und lebt seit 35 Jahren in Markt Berolzheim. Für die Volkshochschulen in Weißenburg und Treuchtlingen unterrichtet sie Italienisch.
Bei Illide Mariolis kleinem Vortrag zu Land und Leuten ging es nicht nur um touristische Attraktionen und Baukunst, es gab auch so manchen Hinweis auf die Unterschiede zwischen deutschem und italienischem Lebensstil. „Wir sind keine Frühstücksmenschen“, erzählte die Norditalienerin. Morgens sei es üblich, in einer Bar oder einem Café einen oder zwei Espressi zu trinken und sich nur für eine Viertelstunde mit den anderen Gästen zu unterhalten. In ihrem kleinen Dorf gebe es deshalb 14 Cafés. Ebenso heilig sei der Aperitif zwischen 17 und 18 Uhr, bei dem es auch ein paar salzige Häppchen gebe.
Die italienischen Märkte sind für ihre Vielfalt und ihre frischen Waren bekannt und ziehen ja auch viele Italien-Besucher an. Illide Marioli wies auf die in Italien erfolgreiche Kampagne „Chilometro Zero“ hin, mit der Produkte aus der jeweiligen Region ohne große Transportwege und Transparenz in Sachen Herstellung beworben werden.
Reiseziele in ganz Italien vom Iseo-See über Mailand, Bologna, Florenz und Rom bis nach Sizilien kamen im Vortrag zur Sprache und es gab von Illide Marioli gute Tipps. Beispielsweise riet sie dazu, Venedig nicht nur als Tagestourist zu erleben, sondern einmal zu übernachten. Abends seien die Gassen und Plätze Venedigs nicht mehr so voll.
Die Literaturwissenschaftlerin Kristy Husz widmete in ihrem Part der italienischen Erfolgsautorin Elena Ferrante viel Raum und las den Prolog aus „Meine geniale Freundin“. Elena Ferrante wird auch als „Phantom der italienischen Literatur“ verstanden, denn sie veröffentlicht ihre Romane, allem voran ihre „Neapolitanische Saga“ unter einem Pseudonym. Im zweiten Lesungsteil ließ Kristy Husz den besonderen Humor von Giovannino Guareschi aufleben, der sich seit Weihnachten 1946 die kleinen Streitigkeiten des schlitzohrigen katholischen Priesters Don Camillo mit dem ebenso schlagfertigen kommunistischen Dorfbürgermeister Peppone ausgedacht hat. Wirklich unversöhnlich stehen sich Priester und Sozialist aber nicht gegenüber, betonte Kristy Husz: Am Ende sind sich die Streithähne näher, als es die beiden wahrhaben möchten.
Italien-Flair vermittelt in unseren Räumen die neue Ausstellung von vier Mitgliedern des Rother Kunstvereins Spektrum. Die Abenberger Künstlerin Sabine Weigand war beim Italien-Abend dabei und einige Gäste nutzten die Gelegenheit, mit ihr über ihre Italien-Eindrücke ins Gespräch zu kommen.
Mit Zeichnungen und einer Italien-Karte hatte unsere BFD-Mitarbeiterin Lena Wolf ein wunderbares Bühnenbild gestaltet.
Einen Sonderapplaus zum Ende des Abend gab es für unser Büchereiteam, insbesondere für Nicole Kehrstephan und Ulrike Zatschker, die die Organisation des Buffets mit italienischen Spezialitäten – von Antipasti über Caponata und Pizzablume zur Torta della Nonna den Programmpunkt „Kulinarik“ übernommen hatten.
Foto: Katharina Mega
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