Büchereiblog

Fränkisches Chili

Kommissar Kastner ermittelt in Nürnberg. Seine Lebensgefährtin Mirjam arbeitet bei der Stadtverwaltung. Sie hält ihn gerne mal ein bisschen auf Trab, was gemeinsame Unternehmungen angeht. Er ist mehr der Typ Couchpotatoe - sein Job ist schließlich anstrengend genug.

Bauunternehmer Wollreis war vermisst gemeldet; nach Wochen taucht seine Leiche auf einem Acker auf. Die Ermittlungen erweisen sich als zäh, denn Ansätze gibt es an allen Ecken - naturgemäß, möchte man fast sagen: Das Umweltamt, diverse Politiker, Bauern, die sich beim Verkauf eines Ackers betrogen fühlten, weil der unmittelbar nach dem Verkauf als Bauland ausgewiesen wurde. Kunden, deren Wünsche nicht erfüllt wurden. Unternehmen, weil Forderungen nicht beglichen wurden, usw.

Die Witwe verhält sich äußerst unkooperativ und schickt ihren Anwalt vor. Vielleicht war es ja doch Mord aus Leidenschaft? Giftmord weist schließlich eher auf eine Frau als Täterin hin. Doch wie sollte diese den gewichtigen Mann auf den Acker bringen? Und vor allem: Warum? Wenn er viele Wochen lang offenbar gut versteckt war?

Die Vogelscheuche des Bauern, dessen Acker der Fundort war, trägt plötzlich die verschwundene Jacke des Bauunternehmers. Sollte sich Kastner so dermaßen in der Freundlichkeit und Ehrlichkeit des Bauern getäuscht haben? Ein möglicher Lagerungsort wird schließlich auch gefunden. Doch es passt irgendwie alles nicht so recht zusammen.

Wie sich der Fall letztlich klärt, verrate ich natürlich nicht. Ein gelungenes, wenn auch etwas abruptes Ende. Ein, zwei Sätze mehr hätten hier nicht geschadet.

Kastner und die weiteren Charaktere werden sehr schön skizziert: Gut genug, um sich ein Bild zu machen, doch ohne großartige Ausschweifungen. Auch, dass Kastner eben Kastner ist (also keinen Vornamen hat), wird nicht ausdiskutiert oder angemerkt. Das ist einfach so. Schee fränggisch hald. :)

Es gibt ein bisschen Privatleben, das hier und da etwas Farbe anbringt, aber in keinster Weise aufdringlich oder ablenkend wirkt. Ein wundervoller Franken-Krimi - ich hoffe, Susanne Reiche schreibt noch mehr!

Sie finden das Fränkische Chili bei den Romanen unter REI oder Sie können es mit der Mediennummer 71275358 vorbestellen. Alternativ gibt es den Krimi auch in der E-Ausleihe-Franken.

Ulrike Engelhardt 

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Kommentare

Kommentar von Susanne Reiche am

Hallo Frau Engelhardt,
ich wollte mich nur für die nette Rezension bedanken und Ihnen mitteilen, dass der zweite Kommissar Kastner bereits in Arbeit und für das ars-vivendi-Herbstprogramm eingeplant ist.
Ihre Anregung, dem Schluss ein paar Sätze mehr zu gönnen, nehme ich mit gern zu Herzen!
Beste Grüße aus Nürnberg,
Susanne Reiche

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