Büchereiblog

Makarionissi

Vea Kaiser erzählt die Geschichte(n) einer griechischen Familie über mehrere Jahrzehnte hinweg. Es beginnt in einem kleinen griechischen Bergdorf, doch reichen die Erinnerungen durchaus noch weiter zurück. Großmutter Maria zieht die Strippen, sie sorgt dafür, dass ihre Tochter Pagona nochmal eine Tochter - Eleni - bekommt, nur zu dem Zweck, diese später mit dem Sohn - Lefti - ihrer anderen Tochter Despina zu verkuppeln.

Eleni und Lefti stecken von klein auf immer zusammen, sie heiraten auch, aber Eleni nur, weil sie als Leftis Frau mit ihm nach Deutschland kann, der dort eine Arbeitserlaubnis erhalten hat. In Deutschland angekommen, gehen sie bald getrennte Wege. Eleni engagiert sich politisch, sie ist ein Hippiemädchen. Beim obligatorischen Trip nach Indien wird sie schwanger von Otto, der viel später ein sehr berühmter Schlagerstar werden wird.

Lefti verliebt sich in seine Deutschlehrerin Trudi, mit der er (verheiratet, nach der Scheidung von Eleni) in Österreich ein Restaurant aufmacht. Eleni geht kurz zurück nach Griechenland, um dort ihre Tochter Aspasia zur Welt zu bringen und lässt die Familie in dem Glauben, dass Lefti der Vater wäre. Sie geht nach Amerika zum Geldverdienen und lässt die Tochter zurück.

Dort bleibt sie lange in der selbstgewählten Einsamkeit, bis sie schließlich Milton heiratet. Sie kehren in dessen Heimat - die griechische Insel Makarionissi - zurück und werden mit Aspasia zu einer richtigen Familie. Nebenbei - Milton war sehr sparsam und geschickt beim Geldanlegen - bauen sie ein großes Hotel. Alles ist gut.

Aspasia lässt sich später von einem verheirateten Kerl schwängern. Ihre Zwillinge - Manolis und Jannis - verlieben sich in dasselbe Mädchen, mit dem sie bereits aufgewachsen sind. Die Geschichte(n) wiederholen sich. Apropos Geschichten: Immer wieder sind (Helden-)Sagen im Text eingestreut, sehr schön! :)

Seltsamerweise wirkt es gerade ab dem Teil, wo sie in Makarionissi sesshaft geworden sind, ein bisschen hektisch und durchgehechelt, so als hätte Vea Kaiser nun aber endlich den allerletzen Abgabetermin dringend einzuhalten.

Davon abgesehen, war es wieder wundervoll erzählt, geschildert. Die Autorin ist eine begnadete Erzählerin mit einem sehr angenehmen Schreibstil. Auch wenn es etwas langweilig klingt, eine Familiengeschichte mal kurz zusammenzufassen: Glauben Sie einer eingefleischten Krimileserin, dass sich dieses Buch zu lesen lohnt!

Sie finden Die Insel der Seligen bei den Romanen unter KAI oder bestellen Sie das Buch unter der Mediennummer 71446460 vor.

Ulrike Engelhardt 

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