Büchereiblog
Rückblick auf unseren Workshop "Fit gegen Fakes!"
Gerade in den sozialen Netzwerken, aber auch auf Blogs oder dubiosen Nachrichtenportalen kursieren viele Posts und Beiträge, die gezielt Fakes und Fakten mischen. Im Workshop sensibilisierte Dr. Katharina Leyrer, die Expertin für Recht und Ethik-Wissen von der FAU-Erlangen, für gängige Manipulationstechniken. Zudem zeigte sie, wie man mit bereits im Umlauf befindlichen Desinformationen umgehen kann. Den sehr interessierten Workshop-Teilnehmern bei uns in der Stadt- und Schulbücherei wurde gleich Gelegenheit gegeben, sich im Entlarven von Verdrehungen und Fakten-Fälschungen zu üben.
Fünf Fragestellungen können dabei helfen, Desinformation zu erkennen: Werden in der Nachricht Pseudo-Experten benannt, deren Behauptungen nicht überprüfbar sind? Gibt es Logik-Fehler in der Behauptung, beispielsweise bewusste Vereinfachungen oder Verfälschungen? Werden unerfüllbare Erwartungen geschürt, um dann der Enttäuschung so richtig Luft machen zu können? Wird selektiv zitiert oder werden kleine Fehler aufgebauscht, um eine ganze Institution oder eine Person zu diskreditieren? Wird eine Verschwörung behauptet oder ganze Personengruppen unter Generalverdacht gestellt?
Wichtig ist auch, die Verlässlichkeit von Quellen zu prüfen. Dazu nannte die Workshop-Leiterin einige Kriterien: Die Autorenschaft der Nachricht sollte klar und das Datum der Veröffentlichung erkennbar sein. Weiter sollte man auf einen nachvollziehbaren Kontext achten und es sollte Links beziehungsweise Hinweise zur Primärquelle geben.
Zu aktuellen und gängigen Themen lohnt es sich, so Dr. Katharina Leyrer, einen Faktencheck wie den BR-Faktenfinder, den ARD-Faktenfinder oder auch den Faktencheck des Medienhauses „Correctiv“ oder des österreichischen Vereins „Mimikama“ zu nutzen. Sie weist darauf hin, dass es bei der Diskussion über Desinformation am wichtigsten ist, im ersten Schritt Fakten richtigzustellen, dann die Desinformation noch einmal konkret zu benennen und erst im Anschluss auf Denkfehler und Trugschlüsse hinzuweisen.
Gefälschte Bilder und Videos seien – so die Expertin – nicht immer leicht zu erkennen. Hilfreich kann ein Hochladen eines verdächtigen Bildes in Google Lens oder TinyEye sein. Hier kann die Herkunft und das Datum der ersten Veröffentlichung samt Quelle eines Bildes oft geklärt werden.
KI-generierte Videos zu erkennen wird immer schwieriger. Manchmal sind bei Fake-Videos Farben und Beleuchtung zu perfekt oder unnatürlich, unrealistische Perspektiven und zu perfekte Abbildungen können ebenso ein Hinweis sein. Manchmal reicht auch einfach der gesunde Menschenverstand aus: Ist das realistisch was hier passiert?
Gemeinsam eingeladen zum Workshop hatten gunnet e. V. und Bücherei. Gunnet-Vorsitzender Martin Bosch dankte Nik Baumann, die als Vorstandsmitglied von gunnet und als Büchereimitarbeitende sozusagen eine Doppelrolle einnahm und den Workshop mit Dr. Katharina Leyrer vom Datenkompetenzzentrum für wissenschaftliche Sammlungen organisiert hatte.
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